Evaluation Rumantsch Grischun in der Schule

Auftraggeber: Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement Graubünden

Projektleitung: Raphael Berthele
Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Bernhard Lindt-Bangerter
Laufzeit: 2008 - 2011

Schlussbericht

In diesem Mandat begleiten wir die Einführung der neuen Schriftsprache Rumantsch Grischun in den sogenannten Pioniergemeinden des Kantons Graubünden, in denen die für die romanischen Schulen im gesamten Kanton geplante Einführung der Einheitssprache bereits erfolgt ist. Wir evaluieren im Auftrag der Bündner Regierung verschiedene Dimensionen dieser wichtigen Änderung der Praxis: Wie gehen die Lehrerinnen und Lehrer mit der neuen Sprache und mit den neuen Lehrmitteln um? Wie die Schülerinnen und Schüler? Wie wird diese Einführung von den Eltern und Behörden wahrgenommen und beurteilt?

Welche Elemente kann/muss man verbessern und/oder verändern? Wo und wie genau ist der Platz dieser neuen Sprache, inwiefern konkurrenziert sie das lokale rätoromanische Idiom? In der ersten Phase haben wir auf der Basis von Fragebogen- und Interviewdaten ein Stimmungsbild erstellt, das differenziert nach Personengruppen und Regionen Einblicke in den Einführungsprozess erlaubt. Ziel ist es, auf der Basis dieser Erkenntnisse die praktischen und konzeptuellen Fragen rund um Rumantsch Grischun zu klären und langfristig zum Schutz und Erhalt der rätoromanischen Sprache beizutragen. In der zweiten Phase haben wir Testaufgaben erarbeitet, mit denen die Sprachstände in Klassen mit Rumantsch Grischun sowie in Klassen mit dem lokalen Idiom als Unterrichtssprache erhoben und verglichen werden können. Diese Daten wurden mittlerweile gesammelt und ausgewertet. Der entsprechende Bericht wurde beim Amt für Kultur des Kantons Graubünden eingereicht, er ist der Öffentlichkeit aufgrund der in Graubünden offenbar üblichen Usanzen nicht zugänglich. Zusätzlich wurden Instrumente zur Erhebung von mündlichen Kompetenzen in den rätoromanischen Idiomen erarbeitet. Diese Instrumente wurden vorgetestet und die Daten werden im Moment in verschiedenen Regionen erhoben. Gleichzeitig arbeiten wir an Vorschlägen, welche Massnahmen parallel zur Einführung der neuen Standardsprache ergriffen werden könnten und sollten, um das lokale Idiom zu schützen oder zu fördern.